Das letzte Gespräch

Ein Ehemann noch ganz im Leben,
kommt Abends spät nach Haus.
Seine Frau schon tief im Schlaf,
legt er sich hin - macht Lichter aus.
Friedlich schläft er bald schon ein,
und ein Traum beginnt in der Dunkelheit.
Erst ganz düster und dann hell,
und eine wärme macht sich breit.
Aus dem hellem Licht ertönt,
eine Stimme sanft und warm.
Willkommen in der Ewigkeit,
wir nehmen dich in den Arm.
Verstört ist der Mann nur kurz,
versteht recht schnell was hier geschah.
Und fängt nun zu denken an,
er war noch nie den Tränen so nah.
Ich hätte noch so viel getan,
doch konnte ich doch nicht erahnen.
Was in dieser Nacht geschieht,
es wäre gelaufen in andere Bahnen.
Meine Frau hätte ich geküsst,
und bis zum Schlaf im Arm gehalten.
So vieles hätte ich noch getan,
geändert hätte ich mein verhalten.
Nun steh ich hier im hellen Licht,
steh in der wärme im hellen Schein.
Doch ändern kann ich nichts mehr,
nun lauf ich halt ins Licht hinein.

Dämmerwald

Vom Baume fällt das einst so grün,
blühend und nun trockne Blatt.
Im Sommer noch am kräftig blühn,
ist es nun verstorben matt.
Der Tag so kurz die Nacht so früh,
windig kalt und und Totenstille.
Auch wenn ich mich auch sehr bemüh,
so triffts mein Wesen und mein Wille.
Doch ein Herbstkind bin ich ganz,
geniess auch diese Farbenwelt.
So hat das grau auch ihren Glanz,
bis das Weiss vom Himmel fällt.

Phönixier

Am Tiefpunkt des Lebens liegt,
das eigne Ich hat uns besiegt.
Geblendet von diesem Hologram,
stellt es meinen Geist auf lahm.
Der Geist ist Krank, das Fleisch ist fest,
wie ein Zombie, macht der Instinkt den Rest.
Eine Totgeglaubte Blume erblüht erneut,
die Welt hat uns wieder und nicht bereut.
Phönische Flügel zieren den Rücken,
kein Grund sich durch die Welt zu bücken.
Bevor der Durst zum Leben erlischt,
kämpfen damit man uns nicht vergisst.
Geist und Körper bleiben,
und lachen über die kleinen Leiden.

Nebelschrei

Im Nebel schwand ein Mädchen jung,
mit gebrochener Seele klein.
Lag einst Gelächter um sie herum,
herrscht nun nur trauer ganz allein.
Zu spät die helfend Hand gereicht,
nach kichern folgt die Einsicht schnell.
Die Rest Gesichter sind verbleicht,
und Ruhe blieb an dieser Stell.

Ratten

Schatten nichts als Schatten,
vermehren sich wie Ratten.
Und keiner flötet sie hier fort,
bleiben stets am selben Ort.
Fressen sich in Träume und Gebein,
hinterlassen nichts als kalten Stein.

Clownz

Lasse uns lachen und unterhalten,
erhelle uns die Dunkelheit des Lebens.
Lenke uns ab von der Welt der Gewalten
und des Rechten Auges des Verderbens.
Geschminkt mit Schminke, abweisend,
des Wassers welches erklingt.
Dessen Aufführung wir anpreissen,
sehen nicht wie er Nachts die Tränen schwingt.

Schicht um Schicht

Schicht um Schicht,
mit Stoff umhüllt.
Gericht um Gericht
und mit Zucker herunter gespült
Zu klein – zu Klein,
die Türe unter dem Himmel.
Ein Hausschwein,
unter Lappen schon der Schimmel.
Zu klein der Stoff,
umhüllt das Fleisch nicht ganz.
Was beim Essen troff,
sah nimmer mehr den fleischgen Schwanz.
Frust hinein – Frust hinein,
so muss es sein ein Schwein zu sein.
Frust hinein – Frust hinein,
die Welt ist mir schon viel zu klein.
Nimmt die Klinge schnell zur Hand,
leuchten rot, das letzte Abendbrot.
Gefärbt ist nun jede Wand,
so sehed – das Schwein ist Tod.

Zerrissenheit

Rostig und so schwer,
zieh ich sie hinter mir her.
Sie fesseln mich o weh,
bei jedem Schritt den ich geh.


Gefangen in Ketten,
und niemand kann die Seele retten.
Wer ich bin kann niemand sehen.
denn die wahre Seele wird niemals gehen.


Bricht nie heraus aus ins Licht
und scheint auch die Sonne, siehst du nicht.
Sie liegt verbogen und gefangen,
darf nicht in diese Welt gelangen.


Maskerade in zwängen der Welt,
bis die Erde in die Sonne fällt.
Darsteller und Statist bis dort,
und fliegt dann in der Hölle fort.

Ein Stück Seide

Wie ein stück Seide,
zerrissen und genäht.
Verflossen die Schrift aus Kreide,
die Seele an den Geist erfleht.
Autonomie dem Winde verweht,
wer bin ich und wenn ja wie viele.
Wenn das Ich nicht gesteht,
was wären die wahren Ziele.
Gebrochener Regenbogen,
Tränenregen bricht heraus.
Das Spiegelbild belogen,
auf der Autobahn des Staus.