Vorbei

Ein Mädchen klein und unbeholfen,
lebt in ihrem Elternhaus.
Wo auch die Grosseltern,
gehen ein und aus.
So wuchs es an mit Tier und Mensch,
neben Geschwistern vielen.
Und fing auch bald zu laufen an,
denn dinge die ihr so gefielen.
Wollte sie auch selbst entdecken,
auch wenn sie mal in not war.
Liess sie sich doch nicht beirren,
und oft halfen Oma und Opa.
Aus dem Kindlein wurde ein Mädchen,
voller stolz und kindlich froh.
Lebte glücklich bis an jenem Tag,
wo der Opa mit ihr floh.
Denn er brach den Willen,
und damit auch ein Teil von ihr
und das Mädchen dachte sich,
"Ob ich mein Leben nun verlier".
Die Jahre zogen an ihr vorbei
und das Leben blieb ihr treu.
Doch dieser Tag kam immer wieder,
und nahm niemals ihre scheu.
Dann kam der Tag an dem sie ging
und ihr Elternhaus verließ.
Es war nicht leicht, doch auch befreiend,
als die Ketten brachen aus dem Verlies.
Lange hatte sie noch zu kämpfen,
mit den Tagen die es gab.
Hatte angst sie würde nie davon kommen,
erst im hölzernen Grab.
Und Jahre später klingelt es auf,
am Telefon wird ihr gesagt.
Er liegt im sterben, der alte Mann,
ob sie sich noch zu ihm wagt.
Und sie zog mit dem ungewissen,
hin zum Elternhaus.
Dort lag der Opa starr im Bett,
Hat schon fast die Lichter aus.
Doch sie reden noch ein paar Worte,
allein zu letzter Stund.
Und das einste Mädchen lernt verzeihn,
Prägt ein die Worte aus seinem Mund.
Er hat gebeichtet und bereut,
seine Seele lag in Not.
Die letzten Stunden zogen vorbei,
und am morgen war er Tod.

Kalt

Im Schatten lebt ein Wesen,
nie erblickt das Sonnenlicht.
War nie wirklich gewesen,
weil es viel zu schnell zerbricht.
In der Kälte geboren,
monotone Reaktionen.
Nimmt man kaum wahr zu Ohren,
so will es sich nur schonen.
Eingemauert wie aus Stein,
liegt es immer zur selben stelle.
Lässt überhaupt kein Licht hinein,
drückt nur aus, die nächste Welle.
Niemand kann es je entdecken,
niemand kann es je berühren.
Lässt keine Klinge in sich stecken,
Und lässt sich niemals verführen.
Es bleibt für immer Kalt

Nicht ganz Dicht-er

Guten Tag mein Leben,
ja ich bin es und stehe hier.
Ich konnte es überleben,
trotz deiner grossen Gier.
Mich so oft wie möglich zu schikanieren,
Unkraut ist leider unkaputtbar.
Niemals werd ich diesen Kampf verlieren,
egal wie viel krummes Haar.
Du bei mir hinterlassen willst,
ich bin ein Teil von dir.
Wie oft du mit meiner Seele spielst,
ich gehöre MIR.
Ich bin nicht dumm und auch nicht schlau,
aber wie ich deine Hürden nehme,
weiss ich dennoch ganz genau.
Auch bin ich nicht ganz Dicht-er,
Lebe ich so frei es geht
und bist du auch mein Richter,
bin ich der einzige der mich versteht.

Rote Augen

Zugedröhnt bis zu den Ohren,
grüner Duft der dich umringt.
Keine Chance dich mit Reden aufzubohren,
weil kein Wort mit Sinn gelingt.
Auf dem Weg nach unten klar,
Freiheit herrscht in deinem Kopf.
Weisst nicht mehr was Lüge & was Wahr,
dir fehlt inzwischen der Anschaltknopf.
Im Nebel der neuen Zeit,
hältst du deine Friedenspfeife bereit.
Kannst nur damit schwingen,
nichts wird dir mehr gelingen,
nur noch eine Hülle aus Kleid.

Seh(e)nsucht

Sturm und drang tief im Getriebe,
wünscht er sich ein bisschen liebe.
Sieht sich um und voller Glut,
kocht in ihm das helle Blut.
Die Augen fressen ganz und gar,
alles auf bis zum letzten Haar.
Ein Tier auf zwei beinen,
will sich mit dem erblickten vereinen.
Im Kopf steht die Staffelei,
zeichnet sich ein Bild ganz frei.
Von Regeln und benehmen,
wird dieses Bild so sehr begehren.

In der Not

In hohen Lüften in die ewigen Weiten,
wollten wir einen Weg bestreiten.
Der uns in ein fernes Land
bringt, welches wir noch nicht gekannt.
Doch plötzlich Klänge wie ein bohren,
und aus gingen die Motoren.
Im Steigflug Richtung Erde nieder,
fanden und am Boden wieder.
Zwei allein auf einer Insel lagen
und unser Flugzeug tief im Meer vergraben.
Die erste Nacht, der hunger kam
und die dieser uns den Verstand auch nahm.
Kurz darauf trief Blut am Feuer,
der Hunger war der Freundschaft teuer.

L

Sie steht still und kennt keine Freiheit,
weicht nicht ab von ihrem Weg.
Der Fahrtwind fegt die Blätter fort,
von morgens früh und Nachts ganz spät.
So mancher Tag voll Dunkelheit,
so mancher sie nicht würdig behandelt.
zieht sie doch von Ort zu Ort,
bis an ihr ende, sie noch weiter wandelt.

Tag 0

Gepeinigt ist die Seele mein,
wunden tief in Hand, Fuss und
im Brustkorb blutet klein,
bestrafe mich und tu es kund.
So trug ich Kreuz und all die Last,
für die Utopie der Menschenkinder.
Lief zum Ziel ganz ohne Rast,
wo sie zu Herden standen wie die Rinder.
Sehed mein Dasein dahin scheiden,
auf dem Weg zum Vater mein.
Wie sie mir in den Brustkorb schneiden,
zuvor schlagen noch die Nägel ein.
Blut gerinnt das Herz wird schwer,
Vater wozu? Sündig ist was Sündig bleibt,
so falle ich in das tiefe Meer
und es ist nun soweit ich bin bereit.
Vater spielt ein Spiel mit mir,
und die Menschen bleiben taub.
Sie beherrscht weiter ihre Gier
und der Teufel ist auf Seelen raub.

Kerben

Wenn Träume sich im Tag verlaufen,
Wünsche sich gänzlich verbiegen.
Seelen sich nicht zusammenraufen,
das Kindchen sich nicht wiegen,
lässt und alles flüssig wie die See.
In den Händen gleich zerrinnt
und die Unzucht tut ihm weh,
entstehen sie auch schon als Kind.

Hübschlerin

Auf den kalten Strassen dein,
wo Pest und gestank.
Ist ihre Arbeit und ihr Heim,
etwas wärme ist ihr Dank.
Bauern treffen nicht ihren Weg,
Blaublut nimmt sich ihren Leib.
Ob Morgens früh ob Abends spät,
zerrissen bleibt nicht nur ihr Kleid.
Ihre Augen die sind leer,
ihr Herz niemals in Händen lag.
So irrt sie auf den Strassen umher,
dies seit Jahren - Tag für Tag.
So bleibt sie Teil des ganzen,
ist in ihrer Stadt geblieben.
Liegt neben Ratten und Wanzen,
von Krankheiten und hieben.
Bis zum Ende ihrer kurzen Zeit,
bis zum ersten Sonnenschein.
Auf in die schöne Ewigkeit,
so lag sie zu Erden ohne Stein.